Mitholztunnel – Instandsetzung mit höchsten Ansprüchen
von Jürg Kägi, Bauingenieur HTL

 

Der Lawinenschutztunnel Mitholz unterhalb Kandersteg BE musste kurz nach der Eröffnung im Jahr 2004 recht abrupt gesperrt werden. Es hatten sich Verformungen und in erheblichem Masse Risse gezeigt. Der Tunnel wurde sofort mit einer massiven Spriessung gesichert, näher untersucht und beurteilt. Schliesslich entschied sich das Tiefbauamt des Kantons Bern als Eigentümerin für dessen Instandsetzung. Als Kernstück der Massnahmen war auf 290 von insgesamt 650 Metern ein neuer Verstärkungsring zu betonieren.

Zunächst war geplant, die Verstärkung in Etappen von 6.25 Metern von beiden Seiten her zu betonieren und parallel dazu die Holzspriesse etappenweise auszubauen. Aufgrund eines Submissionsverfahrens wurde die ARGE Locher AG Zürich / Burn & Künzi AG mit den Instandsetzungsarbeiten betraut. Kurz nach Baubeginn im Juli 2008 zeigte sich aber, dass die Schädigung erheblich stärker als angenommen war. Auf 160 Metern Länge wurde eine regelrechte Zertrümmerung von ungefähr 2–3 Metern Abwicklung am 58 Zentimeter dicken Gewölbe konstatiert. Diese Biegeschubrisszone musste vorgängig instand gestellt werden. Dies erfolgte in Feldern von 3 Metern Länge, indem der gestörte Beton mit Wasserhöchstdruck entfernt, die Etappen bewehrt und mit SCC-Beton verfüllt wurden.

Grosse Bedeutung kam dem Schichtenverbund zu, vor allem mit Blick auf das statische Zusammenwirken des alten Gewölbes mit dem neuen Innenring. Hierfür wurde zunächst der Altbeton mit HDW vollflächig aufgeraut. Dann wurden gegen 35'000 Verbundanker Ankaba-easyfit mit 20 mm Durchmesser exakt «in Linie» und radial ins Gewölbe gebohrt, versetzt, verklebt und mit Kopfplatten bestückt.

Weil hinter diese Platten letztlich die massive neue Bewehrung zu liegen kam, erforderte zuvor schon die Ortung der bestehenden Armierung höchste Gründlichkeit.

Die eingesetzten zwei Tunnelschalungen führten bei Handling und Profilgenauigkeit zu erfreulichen Resultaten. Der selbstverdichtende Beton C 30/37 mit verschiedenen Zusatzanforderungen präsentierte sich auf der gesamten Länge visuell und bezüglich seiner Kennwerte in sehr guter Qualität. Aus den Anforderungen ist, neben der Frost-/Tausalz-Beständigkeit, insbesondere das Schwindmass von 0.2‰ nach 90 Tagen hervorzuheben. Ein modernes Schutzsystem (Oberflächenschutz 4 im Spritzwasserbereich, Oberflächenschutz 2 in der Kalotte, den Schlitzrinnen und der Randsteine) sowie ein neuer Deckbelag vervollständigen die Baumassnahmen.

Der Tunnel wird auf Weihnachten 2009 hin wieder dem Strassenverkehr übergeben werden können.





Über die Locher AG Zürich

Die Locher AG Zürich ist ein in sechster Generation geführtes Familienunternehmen. Der Name Locher steht seit über 175 Jahren für Kompetenz am Bau. Neben den klassischen Bautätigkeiten wie Umbau und Renovation hat sich die Locher AG Zürich insbesondere beim Instandsetzen von Hoch- und Tiefbauten und in der Bauwerkserhaltung einen Namen gemacht. www.locher-bau.ch